~ Sehen/Sucht

dsc_0770.jpg
I love the silence and the clear horizon

Vor 2 Tagen und einem Jahr bin ich hier eingezogen. Was meine Gefuehle diesbezueglich angeht sind sie im Zwiespalt. Einerseits ist die WG das Beste, was mir passieren konnte, andererseits fehlt mir mein Zuhause. Nicht auf einer Ebene, wie Zuneigung, viel mehr das Gewohnte, was mich umgeben hat. Krankhaft, nicht wahr? Wenn mir das Gewohnte fehlt, fehlt mir gleichzeitig meine Essstoerung. Mir fehlen die Gespraeche mit Fr. M, dass Gefuehl jemanden an seiner Seite zu haben. Mir fehlt der exzessive Sport, das Hungern, die Essanfaelle, dass Unsichtbar-sein und das Verstecken. Mir fehlt der Kampf, der koerperliche Kampf. Mir fehlt der Atem, der durch meinen Koerper fliesst und mein Herz, welches pulsiert. Ich verliere die Kontrolle und kann nichts mit mir anfangen. Er befiehlt mir sie und sie und sie retten zu muessen, indem ich nicht esse, indem ich wegschmeisse und mich den anderen anpasse. Muss Mindestens genauso wenig sein, wie sie, doch wie solle ich da hinkommen? Wie solle ich jemals wieder an den Punkt kommen, der mich unscheinbar und unschuldig machen laesst? Die wichtigere Frage ist, moechte ich das ueberhaupt? Moechte ich wirklich zurueck oder ist nur er das? Die Stimme, die mich immer kleiner macht, mich auffrisst, wie das innere meiner Seele. Zurueck gehen. Ein Rueckschritt, den ich nicht verkraften wuerde. Den meine Mutter nicht verkraften wuerde. Wir hatten miteinander telefoniert. Ich war verstummt, wusste nicht weswegen ich auf „anrufen“ tippte. Ich sass da im Bad, lehnte mein Ruecken an die Heizung, spuerte meine Sitzbeinhoecker auf dem Boden, meine Hand am Handy, die andere auf meinem Schoss.. Meine Finger verkrampfen, mein Magen zieht sich zusammen. „Mom“ hallt es wider. Mom, schreit es in mir. Das bin nicht ich, das ist ein Kind. Ein Kind welches mir bekannt vorkommt. Es schreit und schreit und weint. Es passiert automatisch.. Das bin nicht ich. Ich stehe unter seinem Bann, ich ergebe mich. Ich moechte weinen, aber ich kann nicht.. Ich moechte nicht umkehren, nie wieder, auch wenn meine Sehnsuechte staerker sind.

~ Paralyzed-soul🧡

Werbeanzeigen

~ Rescue me

DSC_0758.JPG
Rescue me

Wie die letzten Wochen verlaufen waren..
Wie ich mich fuehle? Am Wochenende war ich Zuhause gewesen. Mein Essverhalten eskalierte und ich war so voller Leere und Einsamkeit. Ich fuehle mich verletzt, alleine, im Stich gelassen. M. und A. hatten Streit ueber ein Thema, womit ich mich so gar nicht auskenne und manchmal wuenschte ich, ich wuerde mich damit auskennen, um zu helfen.. Um da zu sein, selbst dann, wenn man meine Unterstuetzung gar nicht moechte. D. war kaum bis gar nicht Zuhause, hatte nur etwas mit seinen Freunden und seiner Freundin unternommen. Es verletzt mich immer wieder, weil ich nicht oft Zuhause bin und mittlerweile 1 Jahr nicht mehr dort wohne. Ich habe ein schlechtes Gewissen, da ich meistens nur negative Stimmungen und Ereignisse wahrnehme, die sich dann auf meine Essstoerung uebertragen, anstatt das zu sehen, was gut verlief. Was verlief einigermassen gut? Wir sassen zu viert an einem Tisch und hatten zu Fruehstueck gegessen. M. und S. hatten Samstags mit mir ausserhalb zum Fruehstueck gegessen. M. hatte mich sonntags zum Bahnhof begleitet. Alles Ereignisse, die meine Essstoerung nicht sieht.. Was mich wiederum traurig stimmt. Andererseits frage ich mich, wie mein sichtbar-werden-Ich es sehen koenne, wenn es so viele Plastik-Ichs gibt. Mein Kopf ist leer und ich weiss nicht, woran ich bin..

~ Paralyzed-soul💫

~ To visible

IMG_20180630_023502_825
I was dead inside

Weil ich zu viel bin. Weil ich unsichtbar bin. Weil ich nicht gesehen werde. Weil ich nicht da bin. Weil er die Kontrolle ueber mich hat. Ich habe eine neue Psychotherapeutin. Ihr name ist Frau B. Sie ist super lieb und verstaendnisvoll.. Voller Tatendrang.. Okay, sagen wir, sie bemueht sich wirklich. Um mich. Um ihre Patienten, wuerde ich mal behaupten. Wir sprachen ueber das Thema Gewicht. Ich wusste nie so recht, was es ist.. Ich konnte meine Schwierigkeit damit verbunden, nie so recht greifen. Ich fuehle mich nicht zu dick.. Ich fuehle mich zu viel- Nichts Neues. Was neu ist, ist eher meine Sicht gegenueber anderen geworden. Wie ich es ihnen erklaere, ohne gleich fragend angeguckt zu werden. Warum ich zu viel bin.. Ich nehme zu viel Raum ein. Ich trage zu viel an Gewicht, an Platz und nehme anderen ihres weg. Ich nahm ihren Platz weg und ein und fuehle mich schuldig deshalb. Ich hasse mich dafuer abgrundtief und bemitleide mich noch deswegen, was noch viel armseliger ist. Doch rein rational betrachtet, trage ich keine Schuld. Ich habe ihr nichts weggenommen und habe sie genauso wenig versucht zu ersetzen, auch wenn es sich manchmal so anfuehlen mag.

Mir ist uebel.. Uebel vor Gedanken und Gefuehlen.. Uebel vor all dem hier, was stattfindet und was nicht. Zu viele Stimmungen, zu viele Meinungen, zu viele Erwartungen und Prioritaeten.. Mein Kopf schmerzt, mein Herz schmerzt.. Sie meinte, ich sei koerperlich zerbrechlich, jedoch innerlich so stark, wie kein anderer, was mich schockierte.. Was mich mehr als schockierte. Ich bin stark? Wo habe ich Staerke bewiesen?

Warum schon wieder dieses Bild? – Es ist mein Lieblingsbild und hat eine grosse Bedeutung fuer mich. Es passt auch gut zu diesem Beitrag, weswegen ich es ein zweites Mal auswaehlte.

~ Paralyzed-soul☯️

~ Birthday

 

WP_20170614_20_08_36_Pro.jpg
In the ocean of pain

Der Ozean des Schmerzens wird nie aufhoeren zu wachsen. Es ist unendlich weit, selbst wenn es fuer dich nicht so erscheinen mag. Im Moment fuehle ich mich mit der Tischsituation nicht wohl. Ich fuehle mich hier nicht mehr wohl, obwohl ich es als Zuhause bezeichnen sollte. Natuerlich ist mein urspruengliches Zuhause bei meiner Familie, aber mittlerweile ist mir bewusst geworden, dass ich nicht mehr zurueckkehren kann. Es schmerzt.. Diese Tatsache sitzt so tief, wie die Narben, die ich mir zufuegte. Ich kann diese Narben nicht ausstehen, was mit ein Grund dafuer ist, weswegen ich den Sommer nicht mag. Groesstenteils kann ich es verstecken, aber nicht ganz und genau das triggert mich selbst. Ich hatte Geburtstag, wurde 20 und das war wohl einer der schoensten Geburtstage, die ich hatte. Ich hatte reingefeiert mit zwei mitbewohnerinnen zusammen, die sich echt um mich bemueht hatten. Ich haette vor Ruehrung weinen koennen, weil ich so fasziniert davon war. Ich liebte all die kleinen Gesten, Farben und Toene, die sie erschaffen hatten. Ich liebte die Tatsache, dass ich gluecklich war, zum ersten Mal so richtig gluecklich.. Bedingungslos! Wir tranken einen Cocktail, genossen den Abend bis ich nun 20 wurde. Um 1.00 waren wir wieder in der WG und ich sollte im Wohnzimmer warten. Als die Beiden wieder kamen, fuehrten sie mich in unser Zimmer. Ich oeffnete meine Augen und konnte es kaum fassen. Eine riesige Luftballon-20 in gold , Geschenke und zwei liebenswuerdige Menschen standen vor mir. Ich umarmte sie, wollte sie gar nicht erst loslassen. Ich wollte nicht schlafen gehen, weil ich noch so voller Energie war. Am selbigen Tag ging ich noch zu meiner Familie. Mein Zwilling wollte Zeit mit mir verbringen, worueber ich gluecklich gewesen war. Wir stossten an, verbrachten die Zeit miteinander. Ich hatte mir nichts besonderes vorgestellt.. War oft in meinen Gedanken versunken.. War immer noch bei meinen Mitbewohnerinnen.
Eines kann ich jedoch nicht vergessen.. – Ich kann nicht mehr vollstaendig nach Hause.. Irgendetwas zerbricht in mir, was sich gerade aufbauen wollte..

~ Paralyzed-soul

~ Schwere🎈

DSC_0657
I want be washed away

In der letzten Zeit fuehle ich mich unglaublich leer und aufgeloest.. Ich fuehle mich innerlich schwach und habe das Gefuehl zu muede vom Leben zu sein. Ich hab meine Perspektive mit der Schule verloren, weil das Jugendamt diese nicht zahlt. Ich habe beschlossen noch ein Jahr zu warten, um dann mein Abi zu machen, auf einer staatlichen Schule.

Ich habe auch wieder ein starkes Verlangen zu rauchen, nach ~ einem halben Jahr, wo ich aufgehoert hatte. Meine Mitbewohnerin haelt mir vor Augen, dass es schaedlich fuer mich ist, jedoch ist es ein Ersatz fuer mich. Ein Ersatz dafuer, dass ich mich nicht mehr selbstverletze.. Ich rauche, wenn ich Hunger verspuere oder Selbstverletzungsdruck habe. Ich rauche, wenn ich den Drang zum Erbrechen habe.. Jetzt habe ich dieses Ventil nicht mehr und es beginnt alles wieder von vorne. Ich erbreche, ich verletze mich selbst.. Ich schmeisse Essen weg und lasse Mahlzeiten ausfallen.. Nicht, weil ich das will, sondern, weil er mir das sagt und ich koennte dagegen steuern, aber irgendwie fuehle ich mich machtlos.. Als wuerde mir die Energie ausgehen..
Wieder ist da M, die mir sagt, dass ich mich, wenn ich Zuhause bin „vernuenftig“ kleiden solle.. Heisst, keine zu kurzen Sachen und ich glaube es geht ihr um die Narben. Ich bin mir zwar nicht sicher, aber wenn das der Grund sein sollte, merke ich, dass sich rein gar nichts veraendert hatte. Letztens als ich Zuhause war, sollte ich mich umziehen, weil mein Kleid in ihren Augen zu kurz war.. Obwohl ich eine Strumpfhose darunter hatte.
Ich moechte mich im Rauch verstecken.. Danach sehne ich mich gerade..
M moechte, dass ich nach Hause komme, sobald ich hier ausziehe.. Sie meinte, jetzt wo mir bewusst sei, wie es Zuhause ablaeuft, wie das nicht essen miteinander, wird es funktionieren. Doch ich sehe das anders..
Wie sollte das funktionieren? Mir sind die Haende gebunden..
~ Paralyzed-soul🎧

~ Puzzleteil

IMG_20190516_194058_173.jpg
Can you love me again? 

Mein Kopf platzt, explodiert wieder. Meine Gedanken, ein Strudel voller Wortfetzen, die sich nicht mehr zuordnen wollen. Wer bin ich? Wo gehoere ich hin? Ich fuehle mich alleine gelassen.. stehen gelassen im Regen. Voller Angst bin ich wieder hier und frage mich, weswegen ich nicht einfach wieder gehe. Es ist ungewohnt, fremd.. Als passe ich nicht dazu, als koenne das Puzzle nicht vervollstaendigt werden, denn ich bin der Fehler.. Freundschaften, Beziehungen gehen zu Ende und du stehst oder liegst da und wartest bis dich jemand aufhebt, um anschliessend zu laecheln. Die Wahrheit schmerzt, ist jedoch so viel mehr wert, als eine Luege aufrechtzuerhalten. Das Erbrech-Ich schreit und ich dachte fuer einen kurzen Augenblick es wuerde besser werden, weil ich ehrlich war.. Doch es wurde lediglich schlimmer und der Selbstverletzungsdruck waechst erneut. Nicht danach zu greifen, ist wie das Verlangen nach Suessigkeiten. Denke an sie, denke an Alice.. Aber diesmal wird es nichts bewirken koennen. Diesmal bin ich ganz alleine, gefangen in einem Kokon voller Frust und Einsamkeit. Bin ich gesund genug, um eine Beziehung fuehren zu koennen? Bin ich gesund genug, um mein Abi im September zu beginnen? Ich weiss es nicht, es fuehlt sich nicht danach an, aber ich moechte. Ich moechte es unbedingt..

~ Paralyzed-soul🌹

~ Alice

IMG-20190512-WA0000
I wanna be a hero.. 

Ich hatte Angst davor entlassen zu werden, wusste jedoch, dass ich nicht ewig bleiben konnte. Es war schliesslich nur zur Krise.. Trotzdem hatte ich mich so sehr daran gewoehnt, sodass ich nicht gehen wollte. Hier angekommen, bin ich noch immer voller Angst.. Meine Therapeutin geht, was eine grosse Umstellung fuer mich sein wird.

Warum ich das erst jetzt erfahre? Sie hatte es mir erst erzaehlt.. War sich unsicher, was organisatorisches anbelangt.. Etc.. Was ich nachvollziehen kann und dennoch hat es mich getroffen, wie ein heftiger Schlag in’s Gesicht.. Manchmal verliere ich den Hunger des Lebens.. Verliere ich den Willen und moechte am liebsten versteckt bleiben. Dann muss ich an Alice denken, mit der ich mich identifiziere und frage mich, was sie in meiner Situation tun wuerde. Abwarten und Tee trinken? Nein, ich glaube nicht.. Wahrscheinlich wuerde sie nach einem Weg suchen, der sie erfuellt. Der sie gluecklich macht und ihr ganzes Potenzial ausschoepfen koenne.

~ Paralyzed-soul⚡