~ Frau M.

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Let it go.. 

Ich fuehle mich immer wieder bei ihnen verstanden und geborgen. Danke dafuer, Fr. M! In letzter Zeit fuehle ich mich sehr einsam, was zwar irgendwo schon immer der Fall war, aber diesmal wird es mir immer mehr bewusst. Ich hatte mit A., meiner besten Freundin gestritten. Es ging darum, dass ich Gespraeche ueber Krankheiten, die vor allem mich selbst betreffen, nicht mehr aushalten kann. Anorexie, Depression, Bulimie, Selbstverletzung etc.. All diese Themen sind Gift fuer meine Seele, wie Sie schon einmal erkannt hatten. Jedenfalls wollte ich ihr das endlich mitteilen, dass es mir nicht gut tue. Zuerst dachte ich, sie haette es eingesehen, da sie sich entschuldigte, aber dann schrieb das Maedchen aus Ansbach in die WhatsApp Gruppe, dass sie Hilfe braeuchte. Wie sie mich kennen, bot ich meine Hilfe an, schliesslich ist da irgendwas, was mich zu ihr zieht, auf negative Art und Weise. Schon in Ansbach hatte ich sie beneidet, wollte sie aus ihrer Essstoerung befreien und sie gluecklich sehen. Ich bat ihr also meine Hilfe an, indem ich ihr „zuhoerte“ (wir schrieben miteinander) und auch da ging es um Gewichtsverlust und Angst. Das konnte ich ja nicht wissen, aber ich liess es trotzdem zu. A. ist nun wuetend auf mich, da das ja das selbe Thema sei, waehrend ich ihr sagte, dass mich das alles fertig machen wuerde.. Jedoch bin ich der Meinung, dass das nicht miteinander verglichen werden kann, schliesslich ist das Maedchen aus Ansbach jemand, den ich in meinem Kopf retten muss. Ich hatte A. das nie erzaehlt gehabt, was genau das zwischen uns sei, da ich Angst habe.. Was in meinem Kopf vorgeht, koenne ich nicht preisgeben. 

~ Paralyzed-soul🌘

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~ Praesent sein

IMG_20190416_191805_692Nobody is home

Weil ich mich sicher bei ihr fuehle.. Bei ihr bin ich geborgen. Bei ihr bin ich sichtbar. Ich werde wahrgenommen und gesehen. Sie versteht mich und umarmt mich mit ihren Worten. Waehrend Ich bei ihm das Gefuehl habe, er sieht nur das alte Ich. Das Ich, welches sich angegriffen fuehlt. Das Ich, welches blass und grau ist.Du bist wie augewechselt seit der 8ten Klasse” Das ist 5 bis 6 Jahre her.. Was war geschehen? Viele Faktoren spielen eine Rolle. Weder sie, noch ich weiss was passiert war. Ich kann mich nicht erinnern und ich glaube, dass ich irgendetwas tief in mir vergraben habe. Irgendetwas, was mir solche Angst bereitet, sodass ich lieber mit verschlossen Augen durch die Welt renne, als wirklich in der Gegenwart zu sein, als praesent zu sein. Es war schon von klein auf schwierig.. Es war schwer in der Gegenwart zu bleiben, praesent zu sein. Es war und ist schwer achtsam zu sein. Es war und ist schwer wirklich echt und sichtbar zu sein, um die beste Version von einem selbst zu sein. Was auch immer ich verstecke, ich weiss, dass ich nicht hinsehen moechte. Ich weiss, dass es mich regelrecht im Blut ertrinken wuerde.. Ich weiss, dass es mein Sein nicht nur hinterfragen wuerde.. Der Moment kann so unglaublich schoen sein und es ist schade diesen zu verpassen. Es ist schade diesen schwinden zu lassen, ohne dass er ueberhaupt angekommen war. Sichtbar werden und praesent sein haben vieles gemeinsam.. Beides macht mir Angst. Nichts desto trotz  wuensche ich mir nichts sehnlicher, als genauso zu sein. Ich muss mich erst selbst retten, um andere retten zu koennen!

Meine Psychiaterin machte sich Sorgen um mich und wollte mich stationaer aufnehmen, nur fuer drei Tage. Um erstens meine Medikamente anzupassen und um zweitens, sich vor mir selbst zu schuetzen, denn der Selbstverletzungsdruck ist zu hoch, zu stark. Er ist wieder da und es quaelt mich.. Ich hatte ganz vergessen wie sich dieser Druck anfuehlt und wuenschte, es nie wieder erleben zu muessen.. Aber er ist da und ich skille immer und immer wieder. Kalt duschen, Chillibonbon essen und das wieder wiederholen. Ich brauche einen anderen Schmerzreiz, um mich zurueckzuholen. Ich muss mich ironischerweise spueren, um weg von diesem Drang zu kommen. Ironisch, weil ich mich nicht gerne spuere und ich durch das Selbstverletzen genau das verursache. Ich habe Angst..

 

~ Paralyzed-soul🐺

 

~ Komplex

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I hope you find somebody else

Vergessen wir das mit der Tagesklinik, denn niemand wird jemals erkennen, was in mir vorgeht. Niemand wird diese Leere Leinwand an sich nehmen und diese bemalen. Niemand wird dich ansehen und spueren, dass etwas nicht in Ordnung sei. Weder meine Therapeuten, noch die Betreuer, noch Freunde, noch Familie. Ich versinke nicht in Selbstmitleid! Ich bin nicht traurig und schon gar nicht wuetend. Ich bin weiss, nicht bunt und ich weiss nicht wie ich an Farbe gelangen kann. Ich weiss es einfach nicht. Habe keine Ahnung, wie ich mich tatsaechlich lebendig fuehlen kann. Es gibt Menschen, die mich moegen, die mich unterstuetzen und trotzdem ist da dieses Gefuehl in mir. Ein Gefuehl, welches mich blockiert, mir Magenschmerzen bereitet. Ein Gefuehl, welches ich loswerden moechte, weil es nichts weiter als ein Begriff sei. Ein Begriff, der keine Bedeutung traegt. Ich habe extreme Minderwertigkeitskomplexe neben ihr.. Neben so vielen Menschen, aber ich haette nie gedacht, dass sie zu ihnen gehoert. Es verletzt mich, es schmerzt extrem.. Es ist nicht auszuhalten und doch stehe ich, denn.. Denn das Leben hat doch so viel zu bieten! Halte daran fest.. Halte daran fest! Warum bin ich nicht dazu in der Lage.. Warum werde ich neben ihr, in ihrem Haus rueckfaellig bei so einer schoenen „Veranstaltung?“ Warum? Sie bedeutet mir so abartig viel und trotzdem fuehle ich mich neben ihr klein.. Kleiner als ich bin. Alte Gefuehle, alte Ichs kommen in mir hoch und am liebsten wuerde ich mich zurueckziehen. Ich wuerde gerne schreien und davon rennen, um all dem nicht mehr zu begegnen. Mich verkriechen, als waere ich nicht existent. Und dann frage ich mich, ob ich uebertreibe, aber warum sollte ich hinterfragen, was mein Inneres mir vermittelt? Richtig, es gibt keinen Grund.. Es gibt keinen Grund. Worauf war ich heute stolz gewesen? Dass ich mich ueberwunden habe ein Stueck Kuchen gegessen zu haben? Dass ich um 5:15 aufgestanden war, um mein Zug zu erwischen? Dass ich zu ihr bin, obwohl ich bereits erkannt hatte mit welcher Haltung ich neben ihr stehe? Dass ich mir etwas zu Essen gekauft hatte? Stolz sein.. Ich wuenschte ich waere dazu imstande..

~ Paralyzed-soul🎀

~ Catch me

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Thoughts of either one I pushed away
You dont understand me
No more nothingness
No more emptiness

Gerade geht es mir nicht wirklich gut. Ich versinke in weisser, leerer Farbe, was mich extrem traurig stimmt oder doch eher gefuehllos? Ich bin mir nicht sicher. Ich ueberlege in eine weitere Tagesklinik zu gehen, nachdem gescheiterten Versuch vom letzten Mal.. (was Monate zurueckliegt) Auf neue Menschen treffen.. Neue Herausforderungen angehen, die mich wieder mal an meine Grenzen bringen. Meine Plastik-Ichs sind gerade ziemlich laut und er macht sich ab und zu bemerkbar, was mein Kopf zum Droehnen bringt. Es ist anstrengend und ermuedend, aber ich mache weiter. Immer weiter machen, heisst es.. Und irgendwo sehne ich mich wieder nach der Resignation von frueher. Natuerlich war und ist das nie eine Option gewesen, aber manchmal moechte ich vor mich hin doesen und in diesem Zustand bleiben. Ich frage mich, was in mir vorgeht. Was meine Sehnsuechte sind, wer ich bin und weswegen ich in einer Plastikwelt lebe, die mir das Leben erschwert. Wer weiss, vielleicht trage ich Schuld. Vielleicht habe ich sie aufgebaut und stecke nun darin fest. Ich glaube nach Hause zu wollen nur kurz in den Arm genommen zu werden, um vor mich hin zu weinen.. Um zu zeigen, dass es mir gerade schlecht geht und mit diesen Gefuehlen wahrgenommen zu werden. Mich nicht als pure Essstoerung oder als reine Depression zu betrachten, denn ich bin nicht meine Gefuehle oder Gedanken. Man sieht die Welt nicht so wie sie ist, man sie die Welt so wie du bist.. Und ich habe ewig gebraucht, um zu begreifen, aber nun bin ich soweit, um darin das Wahre zu erkennen. Wenn du trueb und grau bist, ist das auch deine Welt.. Lasst bunte Farben zu und die Kerze niemals erloeschen!

~ Paralyzed-soul🕯️

~ Beruehrungsangst

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It is not quite a mystery

Die Versuchung ist gross, obwohl ich abgeneigt sein sollte. Jedoch bin ich das nicht und irgendwo stoert es mich extrem. Irgendwo moechte ich dem nachgehen, aber ich werde es nicht tun. Ich muss zugeben, ich habe Angst.. Panische Angst vor Naehe, die ich eigentlich zulassen moechte. Ich kann es nur nicht aussprechen, weil es zu schmerzhaft ist. Ich fange das Zittern an sobald ich daran denke. Beruehrungen sind so unglaublich schoen und sie werden mir gewidmet? Moechte es nicht wahrhaben, aber es fuehlt sich so richtig an. Ein Zwiespalt, der sich leicht aufloesen koennte, wenn ich aufbluehen wuerde. Es beschaeftigt mich, da ich es nicht zugelassen habe. Naehe, die mir viel geben koennte und die irgendwo natuerlich jeder Mensch verdient. Sind meine Aengste staerker und falls die Antwort „Ja“ sein sollte, warum steuer ich nicht bewußt dagegen? Ich hatte es mir ueberlegt, wieder und wieder.. Es ging nicht aus meinem Kopf. Sehnsuechte werden auf diese Art und Weise nicht gestillt, wie der Hunger nach dem Leben. Wie die Farben, die nach mir schreien und mich bunt machen, mich sichtbar werden lassen. Ich hatte nie darueber geredet, habe es nicht ausgesprochen, da es als „verboten“ galt. Ein falsches Wort und ich wuerde in die unangenehmste Situation meines Lebens geraten. Gut, in der Familie ist es immer etwas anderes, als unter Freunden – aber auch unter Freunden hatte ich mich geschaemt meine Sehnsuechte offen zu legen. Lange Zeit glaubte ich daran dieses Verlangen einfach nicht zu verspueren, wie die angeblich nicht vorhandene Wut in mir. Doch jetzt weiss ich, ich habe das alles nur runter geschluckt und fuehle mich nicht gut damit. Wie bei der Nahrung, habe ich mir auch Beruehrungen verweigert und das nicht nur auf sexueller Ebene, sondern auch auf freundschaftlicher Ebene. Darueber zu schreiben faellt mir schwer, aber vielleicht bin ich nicht die Einzige, der es so ergeht. Seid offen, steht zu eurer Sexualitaet und verschliesst euch nicht. Was ich jedoch noch unbedingt los werden moechte ist folgendes: Ich habe nie so richtig herausgefunden, wohin ich gehoere und das wird mir mit jedem Tag immer mehr bewusst. Ich empfand Umarmungen lange als unangenehm und unpassend und alles was darueber hinaus ging, wollte ich gar nicht erst bei mir haben. Meine Aengste werden weniger und das macht mich ein wenig gluecklich und stolz..

~ Paralyzed-soul⚡

 

~ Essen um zu (ueber-)leben

DSC_0500.JPGOld me, May 2018:

Es ist als haette ich Angst davor zu zerbrechen, wie eine Puppe, die aus Porzellan besteht. Und doch neige ich dazu, zerbrechen zu wollen, trotz aller Sehnsuechte in mir. Mir Tag fuer Tag einzureden, dass ich es mir erlauben darf Nahrung zu mir zu nehmen und das nicht nur um zu ueberleben, scheint weit entfernt zu sein.. Ich bin auf dem Weg. Dem Weg der von mir „Leben“ genannt werden moechte. Ich brauche Aufgaben, ich brauche etwas, was mich haelt. Ich brauche einen Sinn, der mich aufstehen laesst. Einen Sinn, der mich zum Laecheln bringen kann. Einen Sinn, der mich nicht in weisser Masse versinken laesst, als koenne ich mich nicht wehren. Durch eine Wohngruppe und somit meinen Auszug, erhoffe ich mir zu leben. Das ist viel.. So unfassbar viel, was ich nicht tragen koenne, wenn mein Wille nicht da waere. Ich moechte sichtbar werden, waehrend ich mich aufloesen moechte. Ich moechte gesehen werden, waehrend ich mir wuensche, die Menschen waeren blind. Wuerden nicht sehen, was in mir vorgeht. Ich moechte nicht anerkannt werden fuer etwas, was ich liebe, wie das Malen/Zeichnen oder das Lesen. Ich moechte fuer Dinge anerkannt werden, die mich herausfordern. Die mir Angst machen und Panik in mir ausloesen. Ich moechte erfahren wie es ist stolz auf sich zu sein. Ich moechte andere Sichtweisen aufnehmen und teilen koennen, die nicht gegen mich gerichtet sind. Ich moechte das Schoene in mir erkennen, was manch ein anderer in mir sieht. Es ist furchtbar zu essen.. Selbst das, wonach ich mich lange sehnte schmeckt mir nicht. Alles scheint surreal zu wirken und keine Bedeutung zu haben. Es scheint, als duerfte ich nicht geniessen. Als duerfte ich nicht schmecken. Mein Koerper reagiert staendig mit Uebelkeit darauf, wenn ich etwas zu mir nehme und egal, wie sehr ich mich darum bemuehe zwanghaft zu essen, sehe ich keinerlei Fortschritte. Ich laechel nicht. Ich fuehle mich trotzdessen schwach, einsam und aufgeloest. Und dann gibt es Tage, in denen es mich nicht interessiert, was mein Kopf oder mein Koerper mir sagt..

~ Paralyzed-soul🥀

~ Meine Essstoerung und Ich

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Bring me the Horizon

ICH WAR AUF EINER TUERKISCHEN HOCHZEIT!

Voller Angst und Panik fuhr ich mit meiner Familie nach Koeln.. Angst vor den Menschen, die ich nur fluechtig oder gar nicht kenne.. Panik vor dem ganzen Essen und den Gespraechen, die sich um Essen, Gewicht und Sport drehen. Meine Aengste waren durch aus berechtigt. Ich als mein Controlfreak-Ich, mein Erbrech- und Essanfall-Ich, haben mehrere tausende Gedanken, die sich alle im Ganzen um eines drehen.. >ESSEN< Bis die Hochzeit gewesen war dauerte es noch einen Tag lang. Ich versuchte mich mental darauf vorzubereiten, was mir nicht ganz gelingen wollte. An sich verlief das Essen vor groesseren Menschenmengen ganz gut, abgesehen von meiner Panik. Ausserdem hatte ich Hilfe von jemanden, den ich zwar erst kennengelernt hatte, es sich jedoch wie eine Ewigkeit anfuehlt. Danke dafuer.

 

~ Paralyzed-soul💛