~ Zuhause

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Die ganze Welt verliert ihre Farbe, wenn du alleine bist

Am Freitag fahre ich nach laengerer Zeit mal wieder nach Hause. Ich habe Angst und bin verunsichert, weil ich mich nirgends so recht Zuhause fuehle. Heimat.. Was bedeutet Heimat fuer euch? Was bedeutet es, Zuhause zu sein?

Mein Essverhalten: Erbrech-Ich und Besessenes-Sport-ich waren in den letzten Wochen sehr praesent. Sie haben mir die letzten Wochen erschwert und mich nieder gemacht. Erbrech-Ich ist noch immer da und manchmal frage ich mich, wie lange dieser Prozess andauern wird. Besessenes-Sport-Ich ist ruhiger geworden, glaube ich zumindest. Ich laufe viel und merkte nicht, wie viel es wirklich sei. Ich lud mir eine App runter, die meine Schritte zaehle, mir anzeigt, wie viele Kalorien ich verbrenne und wie viel Km ich laufe.. Es artete nach einem Tag aus und ich war nach 2 Wochen veraengstigt, was diese App mit mir macht. Anfangs waren es 9.000 Schritte. Schnell verdoppelte sich die Anzahl. Meine Fuesse taten weh und ich hatte das Gefuehl, dass ich meine Beine ueberfordern wuerde. Ich kann nicht einschaetzen, ob ich uebertreibe oder ob ich doch eine Berechtigung fuer meine Einschaetzung habe.. Nach zwei einhalb Wochen ging ich zu meiner Ernaehrungstherapeutin. Diese war froh, dass ich ehrlich sei, waehrend ich dachte, ich koenne es doch einfach wieder verheimlichen und weiter machen. Jedoch wusste ich, dass ich das innerlich nicht wollen wuerde und ich den Willen habe aus meiner Essstoerung herauszukommen. Voller Scham sass ich auf dem Stuhl und fuehlte mich erbaermlich. Hatte erwaetet, sie wuerde mich verurteilen.. Waere enttaeuscht von mir. Doch das tat sie nicht, doch das war sie nicht. Sie machte einen neutralen Eindruck, dem ich vertraute. Sie hatte verlangt, dass ich die App loesche.. Ich weiss, dass ich wollte.. Ich weiss, dass ich nicht wollte.. Es war ein Zwiespalt, denn erinerseits sehnte ich mich danach zu verschwinden und andererseits wollte ich noch nie so sehr leben, wie es jetzt der Fall ist. Besonders zwei Mitbewohnerinnen, habe ich so sehr in mein Herz geschlossen, sodass mir sogar bei einer Situation die Traenen kamen.. Freudetraenen, aber auch Traenen, die trauerten. Ich hatte einen schoenen Tag mit ihnen verbracht und ploetzlich kam ein Gefuehl hoch, welches ich nie so recht spuerte.. Sicherheit.. Ich fuehlte mich sicher und wohl und war gluecklich. Gluecklich, weil es so unbeschwert und „normal“ wirkte..

~ Paralyzed-soul🌊

Autor: paralyzedsoul

In diesem persoenlichen Blog geht es mir hauptsaechlich darum mein Innenleben nach aussen zu tragen und es mit Menschen zu teilen, die sich vielleicht darin wiederfinden koennen. Ich hatte lange darueber nachgedacht ueber meine Anorexie und das, was fuer mich damit im Zusammenhang steht, zu schreiben, da ich noch nicht an dem Punkt angelangt bin, der meine Stimmen verstummen laesst.

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